Fachbegriffe aus dem Finanzwesen

Die hier angeführten Beschreibungen versuchen wir in einer allgemeinen Verständlichkeit zu halten. Die Begriffe werden ständig ergänzt und wir freuen uns auf Ihre Fragen nach weiteren Begriffserklärungen.

Goodwill – Firmenwert

Der Goodwill ist die Bezeichnung für die immateriellen Vermögensposten im Unternehmen, die nur schwer quantifizierbare Faktoren wie Gewinnaussichten, Kundenpotenzial, Qualität des Managements, Branchenbedeutung usw. darstellen, so das der Finanzierungssuchende mittels Goodwill auch Vermögensgegenstände bilanzieren kann, die Gläubigern als Schuldendeckungspotenzial dienen können.

Der Goodwill ist eine abstrakte, gedankliche Konstruktion, mit der die Lücke zwischen ertragsabhängiger und substanzabhängiger Bewertung überbrückt werden soll. Insgesamt ist damit der Firmenwert definiert als Differenz zwischen dem Gesamtunternehmenswert und der Summe der Zeitwerte.

Aussetzung einer Tilgung

Neben dem Zins ist die Tilgung die Zweite, wesentliche Komponente Ihrer Finanzierung. Die Tilgung kann Planmäßig, meist Monatlich, oder auch Außerplanmäßig in Form von vorzeitigen und zusätzlichen Tilgungsraten erfolgen. Zusätzlich kann auf Wunsch, Begründet und möglichst rechtzeitig angekündigt (außer z.B. bei Krankheit) eine Tilgungsaussetzung erfolgen. Gründe für eine Tilgungsaussetzung können Beispielsweise in jährlich widerkehrenden, saisonbedingten Umsatzrückgängen, oder auch in einer längeren Anlaufphase bei einem Start Up oder einer Firmenerweiterung liegen.

Disagio

Hierbei handelt es sich um einen vorausbezahlten Zins. Wenn Sie beispielsweise ein Darlehen von 100.000 Euro aufnehmen und das Disagio bei 3% liegt, bekommen Sie 97.000 Euro ausgezahlt. Die Berechnung von Zins und Tilgung erfolgt jedoch auf der Basis 100.000 Euro. Das Disagio ermöglicht es dem Darlehensgeber, die nominale Verzinsung Ihres Darlehens gering zu halten, da Sie ja bei der Darlehnsaufnahme mit dem Disagio einen Teilzins bereits im Voraus entrichtet haben.

Ballonfinanzierung

Eine Ballonfinanzierung (Schlussratenkredit, Endfälligkeitsdarlehen) ist eine Finanzierungsart, deren Tilgungsplan eine sehr hohe Schlussrate vorsieht (den Ballon). Die Schlussrate übersteigt die laufenden Raten um ein Vielfaches, typischerweise macht sie mehr als die Hälfte der Darlehenshöhe aus.

Durch die späte Rückzahlung eines großen Teiles der Finanzierungssumme sind einerseits die laufenden Raten niedrig, andererseits erhöht dies für den Gläubiger das Ausfallrisiko, weshalb verhältnismäßig hohe Zinssätze zur Anwendung kommen.

Trotz höherer Zinssätze ist die Ballonfinanzierung für viele Finanzierungssuchende eine sehr gebräuchliche Finanzierungsform, denn sie gibt dem Finanzierungsnehmer Zeit; also genau die Zeit mit einer sehr niedrigen monatlichen Belastung die er benötigt um sein Vorhaben in den ersten Jahren voran zu bringen.

Nach einer Mindestlaufzeit von 3 Jahren, kann die Ballonfinanzierung dann auch jederzeit in eine andere Finanzierungsart umgewandelt werden, wenn der Finanzierungsnehmer beim gleichen Finanzierer bleibt.

Beteiligungsfinanzierung

Die Beteiligungsfinanzierung (Einlagenfinanzierung) ist die Zuführung von Eigenkapital durch den oder die Gesellschafter, wobei die Geldmittel dem Unternehmen von außerhalb zufließen. Beteiligungsfinanzierung ist also Eigen- und Außenfinanzierung zugleich. Sie findet stets bei der Unternehmensgründung statt, aber auch später im Rahmen von Kapitalerhöhungen.

Mittel der Beteiligungsfinanzierung sind Bareinlagen, Sacheinlagen und Rechte. Die letzten beiden Punkte verursachen allerdings in der Regel Bewertungsprobleme.

Hinsichtlich der Personen, die das Eigenkapital aufbringen, existieren zwei Möglichkeiten:

– Die bisherigen Gesellschafter erhöhen ihre Einlage und/oder
– neue Gesellschafter treten durch ihre Einlage dem Kreis der bisherigen Gesellschafter bei.

Die Kapitalgeber erhalten bei der Beteiligungsfinanzierung grundsätzlich ein Anspruchsrecht am Gewinn, am Vermögen und am Liquidationserlös. Des Weiteren sind sie Mitträger des Unternehmensrisikos, welches je nach Rechtsform auch auf die Höhe der Einlage beschränkt sein kann. Daneben erlangen die Kapitalgeber Informations-, Mitsprache- und Mitentscheidungsrechte. Die Kapitalüberlassungsdauer ist grundsätzlich langfristig, kann jedoch – bei Einzelunternehmen und Personengesellschaften (je nach Vertragsgestaltung) – auch kurzfristig sein.

Vorteile einer Beteiligung
– Finanzierungsnehmer kann auf die Konditionen Einfluss nehmen
– Kein Disagio
– Keine Altersbeschränkung

Quellen: Noriega & Asociados (Abogados/Anwälte), WSJ, Wikipedia

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